Nach der Lesung ist vor der Lesung!

Die Lesung am Samstag Vormittag im Gramastettner Bibliogram ist gerade erst vorbei, da steht schon der nächste Termin ins Haus – Dienstag, 24. April im BuchPlus der promente in der Südtiroler Straße um 19:00 Uhr. Vorbeikommen und reinhören!

… und was war in Gramastetten los? Das dortige Bibliogram feierte den Tag des Buches mit einer Veranstaltung, die durch das tolle Wetter gekrönt wurde. Bei sommerlichen Temperaturen draussen gab’s um 10 Uhr meine Kostproben aus Zwölf Senkrecht – im nett-gemütlichen Ambiente der Bibliothek. (Mein Dank auch an Roswitha und die anderen eifrigen Hände für die Möglichkeit und die hervorragende Bucht’l!)

Robert und Stefan – zwei Berater bleiben im Gespräch

DSC_0013Wir Zwei sitzen gegenüber. Ich halte ein Weinglas in der Hand, schwenke es. Das tiefrote Raureif kreiselt und hinterlässt träge, zähflüssige Schlieren am Glas – ein Zeichen für Qualität. Er blickt mich schweigend an. Meine Gedanken sind irgendwo. Soweit weg, dass ich selbst nicht weiß, woran ich gerade denke.

Er: Du-u, Stefan?
Ich: Hm?
Er: Du-u?
Ich: Ja, Robert. Was gibt’s?
Er: Wie schaut’s eigentlich mit den Absatzzahlen?
Ich: Robert, um das brauchst du dich nicht zu kümmern.
Er: Was heißt, immerhin geht’s in Zwölf Senkrecht um mich.
Ich: Stimmt, aber der Buchverkauf ist trotzdem meine Angelegenheit.
Er:

Ich nehme einen Schluck. Versuche die Geschmackseindrücke voneinander zu trennen.

Er: Stefan?
Ich: Ja, Robert?
Er: Vielleicht brauchst’s ein Absatzkonzept.
Ich: Warum das?
Er: Na, wenn der Verkauf so schleppend läuft – vielleicht musst du da mehr kurbeln.
Ich: Wer sagt, dass das schleppend geht?
Er: Du hast dein Passwort im Apple Schlüsselbund gesichert, ich hab mich bei neobooks eingeloggt und mir die Statistiken angesehen. Wir sind noch dreistellig …
Ich: Robert, für dreistellig muss ich mich verstecken, das ist schließlich mein Erstling.
Er: Du musst bis zu 50.000 Bücher verkaufen, damit sich das für uns ausgeht.
Ich: Muss ich gar nicht. Das ist mein Hobby. Jedes verkaufte Buch ist toll.
Er: Stefan, wenn wir uns zwei, drei Stunden zusammensetzen, können wir ein schönes Konzept zusammenbasteln.
Ich:

Er: Stefan, komm schon. Lass‘ uns was tun, ich will nicht in die Bedeutungslosigkeit zurück.
Ich: Robert, du bist nicht bedeutungslos. Du bist mir wichtig.
Er: Was ist denn deine Vision mit mir, mit dem Buch? Wie könntest du das Ziel denn dann operationalisieren? Was können wir denn tun, um das zu erreichen?
Ich:

Er: Stefan, wir sind doch beide in der Beratung. Du weißt, wie wichtig eine Struktur, ein Konzept, …
Ich: Ein Logical Framework – das hast du von mir.
Er: Die Romanfigur fällt nicht weit vom Stamm.
Ich:
Er:

Wieder ein Schluck. Ich stelle das langstielige Glas zurück auf den Tisch.

Ich: Also, mein Gefühl sagt …

Ich nehme mein schwarzes Notizbuch zur Hand und beginne zu strukturieren.